Montag, 6. April 2020

Not macht digital - auch Kommunen


Bürgerinnen und Bürger, die in Orten leben, in denen bereits einige Verwaltungsleistungen online angeboten werden, haben es bei der Erledigung von Verwaltungsgängen in der aktuellen Situation leichter. Schnell zeigen sich die Vorteile einer digitalen Verwaltung, wenn vom Gang ins Rathaus abgeraten wird oder dieses gar nicht mehr geöffnet ist.

Einige Monate früher als geplant öffnete allerdings das „digitale Rathaus“ der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte in Sachsen-Anhalt, in dem sich die Verwaltungsprozesse nun vollständig digital erledigen lassen. Ob Hundeanmeldung oder die Anzeige von Veranstaltungen – im digitalen Rathaus gehen Anträge nun papierlos auf den Weg. Wichtig ist dem dortigen Bürgermeister Andreas Brohm, dass im digitalen Arbeitsprozess keine Medienbrüche stattfinden – also an keiner Stelle im Prozess auf Papier zurückgegriffen wird – und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im digitalen Rathaus auch in Zeiten der Corona-Krise für die Belange der Bürgerinnen und Bürger da sind.



Infos zur Corona-Krise vom Chatbot


Neben der digitalen Verwaltung geht es in der Corona-Krise aber auch um die Bereitstellung aktueller Informationen. Länder, Städte und Gemeinden wollen ihre Bürgerinnen und Bürger mit Nachrichten rund um das Coronavirus verlässlich informieren. Während etwa die Landesregierungen von Hessen, dem Saarland und Baden-Württemberg Hinweise und Updates zur aktuellen Lage im jeweiligen Land über Messenger wie Threema oder Telegram versenden, geht der Kreis Soest noch einen anderen Weg.

Ein Chatbot, der sowohl auf der Website als auch der Facebook-Seite des Kreises präsent ist, verarbeitet aktuelle Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und kombiniert diese mit einer umfangreichen Dialog-Datenbank, um den Nutzern ein möglichst natürliches Chaterlebnis zu bieten. Der aus den Nutzereingaben lernende Chatbot soll vor allem die


„Hacken“ auf der Bundesebene


Gute Lösungen für Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus werden zurzeit auf vielen verschiedenen Ebenen angestoßen. Mit dem bundesweiten Hackathon „WirVsVirus“ unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzleramtes und initiiert von Code for Germany, der Initiative D21, dem Prototype Fund und weiteren Organisationen wurde sprichwörtlich „Neuland“ betreten. Denn anders als üblich, wurde dieser Hackathon zu 100% digital organisiert und durchgeführt. Nebenbei wurde wahrscheinlich noch ein Weltrekord aufgestellt: WirVsVirus ist bis dato der weltweit größte Hackathon.

Rund 42.000 Anmeldungen konnten die Organisatoren binnen einer Woche vermelden. An der 48-stündigen Veranstaltung vom 20.-22. März nahmen letztlich rund 28.000 Programmierer*innen, Designer*innen, Expert*innen und Mentor*innen teil. Zwar war die Freude der Organisatoren über die vielen Anmeldungen hoch, doch mussten deshalb kurzfristig die Mittel und Wege für die Zusammenarbeit einer so großen Teilnehmerzahl aufgestockt und neu geordnet werden. Letztlich blieb einigen Teilnehmer*innen nichts anderes übrig, als eine längere Wartezeit in Kauf zu nehmen, um dann doch noch auf die online bereitgestellten Datenbanken und Kommunikationskanäle zugreifen zu können.

Aus den rund 1.900 eingereichten Ideen entstanden letztlich 1.498 Lösungen in den Bereichen Gesundheit, Verwaltung, Ernährung, Fürsorge und Bildung. Aufgabe eines jeden Teams war es unter anderem, zum Ende des Hackathons die teilweise umgesetzte Idee in einem kurzen Video vorzustellen.

1.221 Projekte erreichten diesen Meilenstein. Zu den von den Juror*innen ausgezeichneten Lösungen zählen etwa die Website „U:DO“, die als digitaler Assistent zur Beantragung von Kurzarbeitergeld den Benutzer durch den Antragsprozess führt oder die Plattform Machbarschaft, die es älteren Menschen ohne Internetzugang ermöglicht, per Telefonanruf Anfragen an Nachbar*innen mit Smartphone und Internetzugang weiterzuleiten. Die Lösungen lassen sich an vielen digitalen Orten nutzen – ob in der Stadt oder auf dem Land.
Lösungen mit dem Fokus auf Kommunen

Einige der beim Hackathon entwickelten Ansätze beziehen sich ganz konkret auf die Problemlösung in Kommunen, wie etwa die Entwicklung eines kommunalen Infohub, in dem Informationen institutionenübergreifend gebündelt und visualisiert werden können, um geeignete Maßnahmen einleiten zu können.






Während einige Ansätze noch in der Entwicklungsphase stecken, sind Lösungen wie lokalwirkt.de schon jetzt online verfügbar. Die Datenbank enthält aktuelle Öffnungs- und Lieferzeiten lokaler Geschäfte, welche sich über OpenStreetMap visuell darstellen und suchen lassen. Anders als bei vergleichbaren Portalen verfügt die Lösung über eine Schnittstelle und basiert auf offenen Daten.

Nun geht es unter anderem darum, gute Lösungen zu versteigen, indem Organisationen und Unternehmen digitale Lösungen unterstützen und bis zur erfolgreichen Umsetzung begleiten. Die Corona-Krise wird dabei zu einem Treiber der Digitalisierung, sei es in der Verwaltung, den Schulen oder dem Arbeitsplatz. Die vielen Ansätze zeichnen das Bild einer aktiven und engagierten Gesellschaft, in der Menschen, über Hürden wie Geographie und Isolation hinweg, das Internet und digitale Tools nutzen, um gemeinsam Lösungen für ein gesundes und soziales Miteinander in Zeiten der Corona-Krise zu erarbeiten.


Quelle: Blog smartcountry.de Der Artikel von Blog-smartcountry.de ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz



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Dienstag, 10. März 2020

Die Deutschen haben Lust auf Digitalisierung



Die Initiative D21 stellte Ende Februar 2020 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ihre Studie „D21-Digital-Index 2019 / 2020“ vor. Die von Kantar durchgeführte Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft.

Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren. „Es ist sehr erfreulich, dass die Mehrzahl der Menschen in unserem Land die Auswirkungen der Digitalisierung eher positiv wahrnimmt und optimistisch in die Zukunft blickt“, stellt Wirtschaftsminister Peter Altmaier fest und ergänzt: „Über alle Generationen hinweg schätzen die Menschen die Möglichkeiten, die die Digitalisierung ihnen bietet. Aber sie finden auch, dass Digitalisierung in Schule, Studium und Ausbildung noch stärker eingesetzt und vermittelt werden muss. Hier muss Deutschland besser werden.“

Gesellschaft macht Schritt nach vorn, aber digitale Spaltung bleibt bestehen


Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten hat die deutsche Gesellschaft einen mittleren Indexwert von 58 Punkten erreicht. Nach anfänglich geringer Dynamik steigt der Digitalisierungsgrad seit 2017 merklich an, dieses Jahr um drei Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Grund für den Zuwachs sind erstmals Steigerungen bei allen vier Subindizes: Zugang (+4 Punkte), Kompetenz (+3 Punkte), Nutzungsverhalten (+4 Punkte) und Offenheit gegenüber digitalen Themen (+1 Punkt).

86 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, das ist ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten. Vor allem das mobile Internet zeigt sich als Treiber, inzwischen nutzen es 74 Prozent der Bevölkerung (+6 Prozentpunkte). Nahezu jede Person zwischen 14 und 59 Jahren ist online, die älteren Generationen verzeichnen große Zuwächse bei der Internetnutzung: 81 Prozent der 60 bis 69-Jährigen und mittlerweile 52 Prozent der über 70-Jährigen sind online.



Zentrale Ergebnisse D21-Digital-Index


Bildungsgrad und Berufstätigkeit haben deutlichen Einfluss auf Digitalisierungsgrad



Der D21-Digital-Index findet verschiedene Nutzergruppen und -typen mit spezifischen Merkmalen in der Bevölkerung. Dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Verschiebung hin zur digitalsten der drei Gruppen zu beobachten. Die Gruppe der „Digital Abseitsstehenden“ schrumpft um drei Prozentpunkte auf 18 Prozent und umfasst damit noch ca. 11,5 Millionen Menschen. Die ehemals größte Gruppe, die „Digital Mithaltenden“, verkleinert sich von 42 auf 38 Prozent. Zum ersten Mal ist die Gruppe der „Digitalen VorreiterInnen“ mit 44 Prozent die größte (+7 Prozentpunkte). Rund 28 Millionen Menschen gehen somit offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um.

Nach wie vor haben Alter, Bildungsgrad und Berufstätigkeit einen deutlichen Einfluss: Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind weiterhin die jüngeren Generationen digitalaffiner. Generell haben Berufstätige, insbesondere mit Schreibtischtätigkeit, einen höheren Indexwert als Menschen ohne Berufstätigkeit (46 zu 73). Höher Gebildete haben mit einem Indexwert von 71 einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung (40).

Bereits beim Blick auf das reine Online-Sein der einzelnen Bildungsgruppen zeigt sich, dass der Anschluss gering gebildeter Personen an die restliche Bevölkerung noch nicht gelungen ist: Menschen mit hoher und mittlerer Bildung sind zu über 90 Prozent online, mit niedriger Bildung nur zu 64 Prozent. Die Art, wie Dienste und Angebote des täglichen Lebens gestaltet und zugänglich gemacht werden, entwickelt sich durch die fortschreitende Digitalisierung seit vielen Jahren weiter. Ein digitaler Zugang zu Wissen, Informationen und Diensten ist inzwischen Standard. Auch im Arbeitsleben selbst spielen Kenntnisse zur Digitalisierung eine immer größere Rolle. Gering Gebildete laufen Gefahr, dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe und Mitgestaltung ausgeschlossen zu werden.



Nutzung Soziale Medien D21-Digital-Index


Strukturwandel in Berufswelt deutlich spürbar



Der aktuelle D21-Digital-Index erfasst erstmals umfangreich die Einschätzung der deutschen Bevölkerung zum digitalen Wandel in verschiedenen Lebensbereichen. Im beruflichen Kontext zeigen sich die Befragten uneins: Jeweils knapp 40 Prozent der Berufstätigen sehen einerseits neue Jobchancen, fast ebenso viele fühlen sich zunehmend unter Druck gesetzt. 43 Prozent geben an, dass sich durch die Digitalisierung ihre Arbeitsabläufe bereits spürbar verändert haben. Bei Personen mit einem Bürojob sind es sogar 58 Prozent. Dennoch sehen sich fast drei Viertel der Berufstätigen den aktuellen digitalen Anforderungen gewachsen. Personen mit überdurchschnittlichen Kenntnissen der Digitalisierung erkennen für sich einen höheren Bedarf, ihr Wissen weiter auszubauen. 78 Prozent der Berufstätigen sehen lebenslanges Lernen als zentralen Faktor für beruflichen Erfolg. 27 Prozent von ihnen empfinden dies als Belastung, bei gering gebildeten Personen sind es sogar zwei von fünf.

Dass deutsche Schulen aktuell die notwendigen Digitalisierungsfähigkeiten gerade im Hinblick auf internationale Konkurrenzfähigkeit vermitteln, glauben nur 36 Prozent aller Befragten.


Mehrheit hat positive Erwartungen an Veränderungen durch Digitalisierung



Aus Sicht der Befragten gibt es kaum Aspekte, die sich nicht bereits in drei bis fünf Jahren stark durch die Digitalisierung verändern werden. Diese Veränderungen bewerten sie großteils positiv. Am ehesten positiv sehen die Bürgerinnen und Bürger die erwarteten Veränderungen in den Bereichen Bildung (50 Prozent eher positiv) und Gesundheit (48 Prozent). Grundsätzlich zeigt sich: Je digitaler die Menschen heute sind, umso stärkere Auswirkungen durch die Digitalisierung erwarten sie und umso positiver ist ihre Einstellung dazu.

„Die Deutschen haben Lust auf Digitalisierung“, fasst Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, die Ergebnisse der Studie D21-Digital-Index zusammen. „Dort, wo die Menschen Teilhabechancen und eigenen Einfluss sehen, empfinden sie auch den Einfluss der Digitalisierung häufig positiver. Allerdings sehen wir auch, dass Bildung einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie sattelfest die Menschen den Anforderungen des digitalen Wandels entgegentreten. Vor allem Bürgerinnen und Bürger mit geringer formaler Bildung sehen den Einfluss der Digitalisierung auf Herausforderungen wie Arbeitsplatzverlust oder Wegfall von Tätigkeiten deutlich kritischer, fühlen sich häufiger überfordert. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sollten die Ergebnisse nutzen und in zukunftsgewandte und weitsichtige Entscheidungen übersetzen, um die Menschen für den umfassenden Strukturwandel zu wappnen. Essenziell ist eine zeitgemäße Bildung – nicht nur in Schulen, sondern niedrigschwellig in jedem Lebensabschnitt“.

Die Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.


Quelle: Pressemeldung Initiative D21



Über die Studie:
Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Mittels persönlich-mündlicher Befragung, sog. „face-to-face“-Erhebung (CAPI = computergestütztes persönliches Interview) wurden 20.322 Interviews in Deutschland durchgeführt, davon 2.019 mit vertiefenden Fragen.
Die Studie beschäftigt sich mit dutzenden Themen des Berufs- und Privatlebens. In diesem Jahr widmet sie sich vertiefend Fragen zur Einstellung der deutschen Bevölkerung in Bezug auf die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen, mit digitaler Selbstbestimmtheit und digitalem Arbeiten, aber auch mit Fragen zur Datensouveränität, möglicher Wahlbeeinflussung und der Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern.
Das Studienprojekt ist gemeinschaftlich finanziert über eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch Sponsoring.
Premiumpartner: Allianz Deutschland AG, BARMER, Facebook Germany GmbH, Fujitsu Technology Solutions GmbH, HUAWEI TECHNOLOGIES Deutschland GmbH.
Partner: Bertelsmann Stiftung, CHG-MERIDIAN AG, ING-DiBa AG, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Microsoft Deutschland GmbH.
Unterstützer: ADLON Intelligent Solutions GmbH, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., PwC Strategy& (Germany) GmbH, Ramboll Management Consulting GmbH, Ricoh Deutschland GmbH.

#D21Digital-Index #InitiativeD21 #CEBU #DemografieExpertenVerein

Freitag, 21. Februar 2020

E-Government wird durch mangelnde Customer Experience ausgebremst


Die Initiative D21 und fortiss veröffentlichten die neue Auflage ihrer jährlichen Studie „eGovernment MONITOR 2019“. Sie gibt ein Lagebild zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote in Deutschland und vergleicht diese mit den Partnerländern Österreich und Schweiz. Sie ist repräsentativ für die Online-Bevölkerung ab 18 Jahren.

Deutschland weiterhin mit Aufholbedarf im D-A-CH- und Europa-Vergleich

Informationen und Dienste von Behörden, die über das Internet genutzt werden können, sind E-Government- bzw. digitale Verwaltungsdienste. In Deutschland nutzt sie fast jeder Zweite (48 Prozent, das ist ein Anstieg um 8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Insbesondere die mittlere Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren entdeckt digitale Behördendienste zunehmend für sich, hier gibt es den größten Anstieg seit Beginn der Untersuchung 2012. Damit liegt die Nutzungsquote weiterhin deutlich unter denen der Vergleichsländer Österreich (70 Prozent, -4 Prozentpunkte) und Schweiz (58 Prozent, +2 Prozentpunkte). Im Langzeittrend konnten die BürgerInnen bisher kaum zu einer verstärkten Nutzung motiviert werden (2012: 45 Prozent zu 2019: 48 Prozent). Im EU-Vergleich liegt Deutschland an 24. Stelle und damit weit unter dem EU-Durchschnitt (vgl. DESI).

Bildung zentraler Faktor bei der Nutzung

E-Government nutzen in allen Vergleichsländern Jüngere und Ältere sowie Männer und Frauen etwa gleich viel. Ganz entgegen dem Trend bei anderen digitalen Aktivitäten, die meist Jüngere sowie Männer stärker wahrnehmen (vgl. D21-Digital-Index 2018 / 2019). Bei digitalen Behördendiensten zeigt sich eine digitale Spaltung am stärksten nach dem Niveau der Bildung: 67 Prozent der Menschen mit hoher Bildung nutzen E-Government-Angebote, im mittleren Bildungsbereich sind es 59 Prozent, bei OnlinerInnen mit niedriger Bildung sind es nur noch 41 Prozent. „Es ist bedauerlich, dass wir hier keine Fortschritte oder übergreifenden Maßnahmen sehen. Gerade weniger Gebildete könnten von einem einfacheren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen profitieren“, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. „Wenn wir digitale staatliche Dienstleistungen allen Menschen zugänglich machen möchten, brauchen wir einfache Sprache, intuitive Bedienung und nachvollziehbaren Mehrwert, etwa durch proaktive Hinweise auf Fristen oder beantragbare Leistungen.“


Bekannte Hürden bleiben bestehen, Zufriedenheit bleibt stabil

Ja es tut sich einiges im Angebot der Behörden, doch die grundsätzlichen Problem bleiben bestehen: geringe bzw. keine Kunden-, sprich Bürgerorientierung und damit hält sich dann auch Kunden Experience in Grenzen. Dabei könnte es doch so einfach sein, unter Beteiligung der Zielgruppe Lösungen gemeinsam umzusetzen. Darüber hinaus sind viele Angebote einfach nicht bekannt. Es mangelt einfach an der Kommunikation.

Customer Experience mit Online-Angeboten von Behörden

Ein großes Hindernis für die Nutzung von E-Government-Angeboten bleibt, dass die gewünschten Dienste nicht oder nicht vollständig online angeboten werden. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) sieht vor, dass bis 2022 alle Verwaltungen ihre dazu fähigen Verwaltungsleistungen online anbieten und im übergreifenden Portalverbund nutzbar machen. Dazu Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: „Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes läuft auf Hochtouren. Die nutzerfreundliche Gestaltung von E-Government-Diensten steht im Mittelpunkt. Bis 2022 werden wir alle Verwaltungsleistungen auch online anbieten und den Bürgerinnen und Bürgern durch die Einführung des ‚Once Only–Prinzips‘ einen echten Mehrwert bieten können.“



Zufriedenheit mit der Nutzung von digitalen Verwalduntsdiensten

Die Zufriedenheit mit den digitalen Verwaltungsdiensten steigt in allen drei Ländern im Vorjahresvergleich leicht an. In Deutschland sind 60 Prozent mit den Angeboten zufrieden, in Österreich 74 Prozent und in der Schweiz 73 Prozent (jeweils +2 Prozentpunkte). Im Langzeittrend seit 2012 ist die Zufriedenheit vergleichsweise stabil, das Niveau der Zufriedenheit gleich sich in den drei Ländern insgesamt langsam aneinander an.


Mehrere Digitale Identitäten sind aus Sicht der Onliner mühsam, aber sinnvoll



Die eigene Identität weisen die OnlinerInnen am häufigsten per Benutzername / Passwort, gefolgt von PIN-/TAN-Verfahren nach (vgl. eGovernment MONITOR 2018). Das Ergebnis sind verschiedene digitale Identitäten und Passwörter, die sie verwalten müssen. Nur ein Viertel der InhaberInnen von mehr als drei Identitäten verwaltet diese über einen Passwort-Manager oder ein vergleichbares Instrument. Trotz der Komplexität ist die Bereitschaft für die Verwendung mehrerer digitaler Identitäten in allen drei Ländern hoch. Fast zwei Drittel der NutzerInnen empfinden den Umgang mit verschiedenen Identitäten als mühsam, aber sinnvoll. Für viele spielt dabei der Sicherheitsaspekt eine zentrale Rolle. Knapp ein Drittel fühlt sich mit der Handhabung verschiedener digitaler Identitäten jedoch überfordert.


Der Personalausweis als digitale Identität kann sich in Deutschland bislang nicht durchsetzen – in Österreich nutzt bereits fast jede/r Zweite die staatliche Lösung

Digitale Identitäten stellt der Staat aus, um eine sichere Online-Identifikation und Authentifizierung insbesondere in der Behördenkommunikation zu ermöglichen. Deutschland führte hierzu 2010 den Personalausweis im Scheckkartenformat mit der sogenannte Online-Ausweisfunktion (eID) ein. Laut „eGovernment MONITOR 2019“ besitzen rund drei Viertel der deutschen OnlinerInnen den Personalausweis im Scheckkartenformat und damit die Möglichkeiten für eine digitale Identifikation. Die eID-Funktion hat jedoch nur ein Viertel freigeschaltet. Die tatsächliche Nutzung der eID-Funktion bleibt gering, nur sechs Prozent haben sie bereits genutzt, der Großteil davon über ein entsprechendes Kartenlesegerät.

Seit 2017 besteht die Möglichkeit, die NFC-Schnittstelle von Android-Smartphones zur Verwendung der eID-Funktion ohne ein zusätzliches Kartenlesegerät zu nutzen. Fast zwei Drittel der potenziellen NutzerInnen ist diese Möglichkeit allerdings unbekannt. Für Apple-Smartphones besteht die Möglichkeit erst seit September 2019, und damit nach Durchführung der Befragung.

„Smartphones tragen die Menschen heutzutage fast immer bei sich – daher liegt im neuen Angebot, den Personalausweis über die NFC-Schnittstelle zu nutzen, durchaus eine gute Chance, Akzeptanz und Nutzung zu steigern“, kommentiert Prof. Dr. Helmut Krcmar von fortiss: „Aber: jetzt müssen auch Anwendungen folgen, bei denen die BürgerInnen eine spürbare Zeitersparnis haben, wenn sie eine Leistung online nutzen und sich dabei mit dem Personalausweis sicher gegenüber den Behörden ausweisen können. Von Erfolg können wir erst sprechen, wenn die Menschen diese Möglichkeit auch wahrnehmen.“

Weitere Entwicklungen und Anwendungsformen für den Personalausweis und die staatliche digitale Identität sind für die BürgerInnen denkbar: Fast die Hälfte der deutschen OnlinerInnen kann sich vorstellen, die Informationen ihres Personalausweises auf einer sicheren Plattform im Internet zu speichern und diese dann zur Identifizierung bei verschiedenen Diensten zu nutzen. Eine Speicherung dieser Daten auf dem Smartphone lehnen jedoch 57 Prozent ab.

In der Schweiz besitzen mittlerweile 28 Prozent eine SuisseID – davon haben 84 Prozent sie bereits eingesetzt, häufig zum Einsatz kommt sie jedoch nur bei einer Minderheit. Das 2017 neu eingeführte SwissID-Verfahren erleichtert die Abwicklung und wird zunehmend genutzt: BesitzerInnen der SuisseID verwenden das neue Verfahren bereits deutlich häufiger als die SuisseID selbst.eue SwissID erlaubt nicht nur eine Identifikation für behördliche, sondern auch für private Dienste und benötigt keine zusätzliche Hardware.

In Österreich nutzen knapp 50 Prozent eine aktivierte Bürgerkarte oder Handy-Signatur – mit deutlich steigender Tendenz, zudem plant fast ein Drittel der NichtnutzerInnen die Anschaffung. Im Vergleich zu Deutschland sind in Österreich gegenwärtig deutlich mehr behördliche Dienstleistungen über die elektronische Behörden-ID zugänglich.


Digitale Steuererklärung: Behördliche Angebote in Deutschland weniger genutzt als in Österreich und der Schweiz

In einer „Citizen Journey“ untersucht der „eGovernment MONITOR 2019“ die Kontaktkanäle der BürgerInnen mit den Behörden im Zuge der Erstellung ihrer Steuererklärung. Insgesamt ist die elektronische Steuererklärung in Deutschland deutlich weniger verbreitet als in Österreich und der Schweiz.

Bei der Steuererklärung durchlaufen BürgerInnen im Wesentlichen vier Schritte: Informationsbeschaffung, Beratung, Erstellung der Steuererklärung und Abgabe. Die Behörden sind bei der Informationsbeschaffung und Beratung in Deutschland nur dritt- bzw. viertwichtigste Anlaufstelle. Öfter helfen Steuerberatungen, Lohnsteuervereine oder das private Umfeld. Ein Viertel der Befragten gab an, nicht einmal auf die Idee gekommen zu sein, die Informationen online bei den Behörden einzuholen. ÖsterreicherInnen und SchweizerInnen informieren sich deutlich häufiger auf offiziellem Wege. Große Unterschiede zeigen sich bei der Erstellung der Steuererklärung: In Österreich nutzen über 80 Prozent und in der Schweiz rund 60 Prozent die behördeninterne Software. Das deutsche „ELSTER“ hingegen nutzt nur rund ein Drittel, ein weiteres Viertel verwendet eine andere Software – insgesamt erstellen damit 56 Prozent ihre Steuererklärung in Deutschland digital. Die Abgabe erfolgt in Deutschland fast zur Hälfte elektronisch (32 Prozent ELSTER, 13 Prozent andere Software), in der Schweiz zu 39 Prozent digital (hier spielt der Brief nach wie vor die größte Rolle). In Österreich geben über 80 Prozent ihre Steuererklärung online ab.

Quelle: Pressemeldung Initiative D21

Über die Studie „eGovernment MONITOR“
Herausgeber des eGovernment MONITOR sind die Initiative D21 und fortiss gemeinnützige GmbH. Durchgeführt wird sie vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Kantar. Die Studie beleuchtet seit 2011 jährlich die aktuelle E-Government-Situation in Deutschland. Zentrale Untersuchungsgegenstände sind: Bekanntheit, (mobile) Nutzung, Nutzungsbarrieren, Zufriedenheit sowie die Identifikation im Zusammenhang mit digitalen Behördengängen. Die aktuelle Untersuchung legt ihren Schwerpunkt auf die Themen digitale Identitäten (insbesondere bei der behördlichen Nutzung) und das Once-Only-Prinzip. Zudem zeichnet sie den Prozess der Steuererklärung nach und untersucht die Gründe, wieso Behördenkontakte in diesem Zusammenhang nicht immer online ablaufen.

Seit 2012 werden Österreich und die Schweiz als Vergleichsländer herangezogen.

Schirmherr der Studie ist der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik. Das Studienprojekt ist gemeinschaftlich über Sponsoring finanziert. Fachlicher Premium Partner: Nationales E-Government Kompetenzzentrum NEGZ e.V. | Premium Partner: Huawei Technologies Deutschland GmbH; msg systems AG; Verimi GmbH | Classic Partner: Bayerisches Staatsministerium für Digitales; Bundesdruckerei GmbH; Dataport AöR; Ernst & Young GmbH; Microsoft Deutschland GmbH | Partner: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW); Capgemini; Geschäftsstelle E-Government Schweiz; Materna Information & Communications SE; PwC Strategy& (Germany) GmbH; Ricoh Deutschland GmbH | Unterstützer: Deutscher Landkreistag; Deutscher Städte- und Gemeindebund



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Dienstag, 21. Januar 2020

21 Projekte für den Deutschen Demografie Preis nominiert

Unternehmen und Kommunen planen für die Zukunft

Insgesamt 21 Projekte aus Unternehmen, Kommunen und Netzwerken sind für den Deutschen Demografie Preis 2020 nominiert. Das gaben Das Demographie Netzwerk ddn e.V. und die Initiatoren des Preises am 16.01.2020 in Dortmund bekannt.
Der Deutsche Demografie Preis wird in diesem Jahr erstmal vergeben. Träger ist Das Demographie Netzwerk ddn e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG, der ING Bank, dem ZEIT-Verlag und dem Beratungsunternehmen EY als Initiatoren. Als weitere Partner unterstützen die BAHN-BKK, der Internationale Bund (IB) und das Sozialforschungsunternehmen Nextpractice den Preis.
Der Preis, der in 7 verschiedenen Inhaltskategorien vergeben wird, will Projekte hervorheben, die den demografischen Wandel als Chance begreifen und die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten nutzen und erweitern. "Die Vorauswahl war kniffelig und oft knapp", berichtet Martina Schmeink, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ddn e.V. "Wir hatten rund 120 Projekte, die alle von großem Engagement und sehr viel Herzblut geprägt waren. Vor diesem Hintergrund ist eine Nominierung eigentlich schon ein kleiner Preis für sich", so Schmeink.
Über die finalen Preisträger entscheidet eine interdisziplinäre Jury aus unabhängigen Expertinnen und Experten in den nächsten Wochen. Der Deutsche Demografie Preis wird dann am 18. März im Rahmen einer festlichen Gala in der Kulturbrauerei in Berlin verliehen. Die Preisverleihung bildet den Abschluss der Fachkonferenz "Future Festival", bei der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Kommunen und Verbänden unter dem Stichwort "Co-Creation" ihre Erfahrungen und Erfolgsrezepte im Umgang mit dem demografischen Wandel austauschen.
Anmeldungen Zur Fachkonferenz "Future Festival" sowie zur Gala mit Preisverleihung sind online möglich: https://deutscher-demografie-preis.de/die-konferenz/
Die Nominierten Projekte im Einzelnen:
Kategorie "Chancen der Digitalisierung"
TRUMPF GmbH + Co. KG
VASE -Virtual and Analytics Service im Maschinen- und Anlagenbau
Das Projekt zielt darauf ab, die Virtual Reality (VR-)Technologie mit der Erfassung und Auswertung von Maschinendaten (Service Analytics) in einem innovativen Prozess zu verbinden. Das Thema Generationen- und Wissensmanagement wird dabei nachhaltig unterstützt.
St. Augustinus Gruppe
Website Relaunch des Verbunds
Oberstes Ziel unseres Projekts war und ist eine starke Vernetzung unserer Verbundseiten. Durch die neue Website sollen Synergien unserer 85 Standorte intelligent genutzt werden. Dafür wurde eine branchenprägende selbstlernende Live-Suchmaschine entwickelt, die 24/7 Ergebnisse liefert.
ioxp GmbH
Cognitive AR - Wissen einfach weitergeben
Die Deutschen werden älter. Damit einhergehend steigt das Risiko, dass Wissen und Know How aus Arbeitsgruppen und Teams verloren geht. Zeitgleich bringen I4.0 Produktionen ein hohes Maß an neue Anforderungen für die Werker mit. Diese Probleme löst ioxp mit einer Augmented Reality Wissensdatenbank.
Kategorie "Vorbildlich bei Gesundheit"
thyssenkrupp Rasselstein GmbH
Implementierung eines werksweiten Logistik-Routenzugs unter Einsatz leistungsgewandelter Mitarbeiter
Jährlich wachsen unserem Unternehmen ca. 5-10 Leistungsgewandelte zu. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der produktive Einsatz von leistungsgewandelten Mitarbeitern eine immer stärkere Herausforderung. Schaffung von 6 neuen Arbeitsplätzen für leistungsgewandelte oder schwerbehinderte Mitarbeiter.
Odenwald-Allianz
In jedem Alter gesünder
Bürgerbeteiligung, Bedarfsgerechte Gesundheitsprojekte, Angebotsoptimierung krankheitsvorbeugender Maßnahmen mit Hilfe von Bevölkerungsbefragung und Experteninterviews.
SAP SE
SAP for You - Nachhaltige Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter durch:
   - Stressreduktion durch Angebote zu Achtsamkeit und Wohlbefinden
   - Mitarbeiter erkennen Warnsignale rechtzeitig 
Kategorie "New Work, zum Leben erweckt
Deutsche Kreditbank AG, Bereich HR
"FlexWork": wir schaffen Raum für flexibles Arbeiten
Traditionelle Rollenbilder weichen zu Gunsten individueller Lebensentwürfe, die nach Vereinbarkeit von "Work" und "Life" verlangen. FlexWork hat das Arbeitsergebnis im Fokus und ermöglicht (Zusammen-)Arbeit über physische Bürogrenzen hinweg: das fördert Eigenverantwortung und die Vertrauenskultur.
Deutscher Ärztinnenbund e.V.
"Mutterschutz für Frauen in Gesundheitsberufen"
Ziel ist die Erhöhung beruflicher Chancengleichheit von Frauen in Gesundheitsberufen, v.a. von Ärztinnen, speziell Chirurginnen. Schwangerschaft soll nicht wie bisher zu pauschalen Beschäftigungsverboten führen, einschlägige Gesetze sollen frauengerechter und demografieadäquater ausgelegt werden.
Atlas Copco IAS GmbH
Unternehmen im digitalen Zeitalter - Lean Management trifft auf New Work
Der Begriff "New Work" ist in aller Munde - doch was bedeutet das tatsächlich für Organisationen? Obstkorb und Tischkicker reichen nicht. Ziel des Projekts ist daher die Zusammenstellung verschiedenster "Unternehmensreisen" aus der Praxis, die Impulse für die eigene Transformation liefern sollen.
Kategorie "Lernen, ein Leben lang"
WBS TRAINING AG
Future Club
Durch Anwendung von Ermöglichungsdidaktik vermittelt der Future Club 3D Methoden für das Lebenslange Lernen in einer interaktiven Online-Lernumgebung. Während Projektphasen arbeiten die Teilnehmenden eigenverantwortlich mit Lerncoaches in Echtzeit an Projekten zum Thema Nachhaltigkeit.
Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Generationsübergreifendes Lernen
Voneinander Lernen und profitieren über Generationen hinweg, Abbau von Vorurteilen, Stärken orientierte Ausrichtung /Lernarrangements. Stärkere Vernetzung im Betrieb. An 10 Samstagen wurden gemeinsam Jugendausbildung (16-22 Jahre) mit der Weiterbildung (28-52 Jahre) in Stationen ausgebildet.
seniorTrainerInnen Hamburg
Neue Wege im Ruhestand
Ziel ist, Berufstätige ca. 3 Jahre vor ihrem Eintritt in den Ruhestand zu Überlegungen anzuregen, was der Ruhestand für sie bedeuten wird und welche Gestaltungsmöglichkeiten er bietet. Wir nennen freiwilliges Engagement als eine Möglichkeit, geben Überblicke über die Vielfalt und nennen Zugangswege
Kategorie "Diversity, praktisch umgesetzt"
SWANS Initiative
Die SWANS Initiative setzt sich ehrenamtlich dafür ein, dass Studentinnen mit Zuwanderungsgeschichte und Women of Color die Jobs bekommen, die sie sich verdient und erarbeitet haben. Bei uns erhalten sie Schulungen zum Berufseinstieg und eine Plattform, um sich auszutauschen.
habito e.V.
Kinderhotel im Mehrgenerationenhaus
Wir wollen Familien entlasten & die Vereinbarkeit von Familie & Beruf ermöglichen. Besonders für geflohene Familien, Alleinerziehende & einkommensschwache Familien stellt dieses Angebot einen sozialen Mehrwert dar. Das "Betreuungsloch" von Kindern in den Abendstunden in Heidelberg wird geschlossen.
Robert Bosch GmbH
Unconscious Bias - Unbewusste Denkmuster - Workshops und Seminare weltweit
Unconscious Bias (UB) beeinflussen Verstand und Handeln jedes Menschen. Sie sind für die Entstehung von Schubladendenken, Stereotypen und Klischees mitverantwortlich. Mit unserem Angebot sensibilisieren wir für vorurteilsfreie Haltung hinsichtlich automatisch ablaufender Denk- und Handelsmuster.
Kategorie "Kommunen, attraktiv gestaltet"
Projektfabrik gGmbH
FREDERICK Wilhelmshaven
FREDERICK Wilhelmshaven bietet Langzeitarbeitslosen, die auf dem 1. Arbeitsmarkt keinen Platz finden, ein sinnstiftendes Betätigungsfeld. Als Ensemble erarbeiten sie Bühnenprogramme, die in Kooperation mit sozialen Einrichtungen und/oder im öffentlichen Raum zur Aufführung kommen.
Wabe gGmbH
Die Wabe - ein gesamtgesellschaftliches Netzwerkidee
Vermeidung, Überwindung von Arbeitslosigkeit, Armutsbekämpfung und soziale Teilhabe als gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
Für die WABE gGmbH steht die Vorbereitung und Integration von Menschen ohne Erwerbsarbeit auf den regulären Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Mittelpunkt ihrer Bemühungen.
Stadt Langelsheim - Gemeinde Liebenburg - Samtgemeinde Lutter am Barenberge
LaLiLu - Interkommunale Zusammenarbeit im Präventionsmodell des Braunschweigischen Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes (BS GUV) Komplexer werdende Aufgaben bei geringer werdenden Personalressourcen bewältigen
Im Wettbewerb als Arbeitgeber attraktiv und handlungsfähig bleiben Gesunderhaltung der Beschäftigten und gute Arbeitsbedingungen als Grundvoraussetzung für auch zukünftig ausreichend gutes und motiviertes Personal
Kategorie "Integration, die gelingt"
cultura mobile e.V.
Du bist nicht allein - Integration ist keine Einbahnstraße
Einsamkeit und Isolation im Alter und lebendige Integration wurden auf besondere Weise in Angriff genommen, um im Verknüpfen der Probleme für beides Lösungen zu finden. In den geflüchteten Familien fehlt die ältere, unterstützende Generation. Viele Senior*innen hier fehlt der Kontakt zur Familie.
Social Impact gGmbH
The Human Safety Net for Refugee Start-Ups
Systematische Förderung von Unternehmensgründungen von Menschen mit Flucht-und Migrationshintergrund zur Unterstützung der Integration in unsere Arbeitswelt und Gesellschaft. In den Herkunftsländern ist selbstständige Erwerbsarbeit deutlich weiter verbreitet als in Deutschland, das ist eine Chance!
Caritasverband Düsseldorf e.V.
Bei Anruf... Ausbildung! (Altenpflege)
Wir möchten dem steigenden Fachkräftemangel entgegenwirken, indem wir selbst qualifiziertes Personal ausbilden. Niedrige Bewerbungshürden und individuelle Unterstützung prägen u. a. unser Projekt. Des Weiteren sollen Migranten durch Ausbildung ein solides Fundament in unserer Gesellschaft erhalten.
Sonderpreis "NextPractice"
Bei der Preisverleihung am 18. März 2020 in der Kulturbrauerei in Berlin wird darüber hinaus ein Sonderpreis vergeben, der die überraschendste Idee im Umgang mit dem demografischen Wandel auszeichnet.
Anmeldungen Zur Fachkonferenz "Future Festival" sowie zur Gala mit Preisverleihung sind online möglich: https://deutscher-demografie-preis.de/die-konferenz/

Über Das Demographie Netzwerk e.V. (ddn):Rund 300 Unternehmen, Organisationen und Personen haben sich im ddn e.V. zusammengeschlossen, um den Herausforderungen des demographischen Wandels in der Wirtschaft vorausschauend begegnen zu können. Unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und mit Unterstützung des Bundesarbeitsministeriums organisiert der ddn den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen und die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis. Mitglieder des ddn engagieren sich in 18 regionalen Netzwerken sowie in 13 Arbeits- und Themenkreisen.

Montag, 30. September 2019

Digitalisierung gemeinsam gestalten - Vormerken: Digitaltag 2020 - 19. Juni 2020

19. Juni 2020 - Digitaltag 2020

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Für die einen geht es zu schnell, die anderen sagen, Deutschland ist im weltweiten Vergleich schon weit abgeschlagen. Wir müssen aufwachen, damit unsere bisher weltweit führenden Industrien wie z.B. Automobil, Maschinenbau in Kürze nicht nur als Werkbänke für die Hightech Unternehmen aus China und Asien dienen. Was für die Wirtschaft gilt, gilt im verstärkten Maße auch für die Verwaltung. 

Die Digitalisierung bietet viele Chancen, aber bislang können längst nicht alle daran teilhaben: Mit der neuen Initiative „Digital für alle“ stellt sich ein breites gesellschaftliches Bündnis dieser Herausforderung. 

Das gemeinsame Ziel lautet, die digitale Teilhabe zu fördern. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Ein bundesweiter Digitaltag soll die Digitalisierung mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten überall in Deutschland erklären, erlebbar machen, Wege zu digitaler Teilhabe aufzeigen und auch Raum für kontroverse Debatten schaffen. 

Erstmals findet der Digitaltag am 19. Juni 2020 statt und soll künftig jährlich durchgeführt werden. Zudem wird im Rahmen des Digitaltags ein Preis für digitales Engagement verliehen. Das teilte die Initiative „Digital für alle“ am Mittwoch in der Bundespressekonferenz in Berlin mit. 

Mit der Initiative „Digital für alle“ wollen 21 Organisationen die digitale Teilhabe in der Gesellschaft fördern. Das Ziel: Niemand soll sich im digitalen Wandel verloren fühlen. Dass diesbezüglich Nachholbedarf besteht, zeigt eine Studie von Bitkom Research.


Digitale Teilhabe für alle fördern

Jede und jeder muss in die Lage versetzt werden, sich souverän und sicher, selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.



Studie zeigt großen Bedarf an digitaler Teilhabe

Laut einer repräsentativen Studie von Bitkom Research stehen in Deutschland etwa 20 Millionen Menschen ab 16 Jahren der Digitalisierung skeptisch bis ablehnend gegenüber. 


Während eine Zwei-Drittel-Mehrheit (68 Prozent) die Digitalisierung grundsätzlich als Chance bezeichnet, sehen drei von zehn (31 Prozent) darin eine Gefahr. Der Einzug digitaler Technologien in alle Lebensbereiche wird zwar von einer großen Mehrheit (81 Prozent) als eher positiv bewertet, aber immerhin jeder Sechste (16 Prozent) sieht diese Entwicklung eher negativ. 



Auf die offene Frage nach spontanen Assoziationen zum Begriff „Digitalisierung“ gaben 27 Prozent der 1.003 Befragten Vorbehalte beziehungsweise Bedenken an, etwa Sorgen um Datensicherheit, Cyber-Kriminalität und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Dem stehen 11 Prozent gegenüber, die Vorteile herausstellen, etwa mehr Komfort im Alltag oder die Ersparnis von Wegen, Zeit und Kosten. Die meisten, nahezu jeder Zweite (46 Prozent), verbinden mit Digitalisierung technische Infrastruktur und Geräte wie Internet und Smartphone oder den Einzug digitaler Technologien in Alltagsgegenstände. 
In einigen Fällen führt das zu dem Wunsch, digitale Technologien so gut wie möglich aus dem Alltag zu verbannen. Jeder Achte (12 Prozent) sagt über sich selbst, die zunehmende Technisierung abzulehnen und neue technische Geräte oder digitale Dienstleistungen nur zu nutzen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. 
Die Untersuchung zeigt, dass Ältere die Digitalisierung besonders skeptisch sehen. Vier von zehn der Altersgruppe 65 plus (40 Prozent) würden lieber in einer Welt ohne digitale Technologien leben, bei den Jüngeren ist es lediglich jeder Achte (12 Prozent). Eine ausführliche Präsentation ist unter www.digitaltag.eu/studie abrufbar.
Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt es unter www.digitaltag.eu.


Partner der Initiative "Digital für alle"


AWO Bundesverband | Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) | Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) | Bitkom | Bundeselternrat | Deutsche Forschungsgemeinschaft | Deutscher Caritasverband | Deutscher Kulturrat | Deutscher LandFrauenverband | Deutscher Landkreistag | Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) | Deutscher Städtetag | Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB) | Deutscher Volkshochschul-Verband (DVV) | Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung | Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands | Verband der TÜV (VdTÜV) | Verband kommunaler Unternehmen (VKU) | VOICE – Bundesverband der IT-Anwender | Zentralverband des deutschen Handwerks (ZdH) | Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
Hinweis zur Methodik:
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die Gesamtgesellschaft.




Video zum Digitaltag 2020



Quelle: Pressemeldung Bitkom

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Freitag, 9. August 2019

Wie ist es um die digitalen Kompetenzen der Bürger in Deutschland bestellt?


Souverän mit den unterschiedlichen digitalen Services und Anwendungen umgehen zu können, ist im Zeitalter der Digitalisierung für alle Generationen eine notwendige Kompetenz. Digital souverän handeln zu können, bedeutet mehr als nur zu wissen, wie man eine App auf sein Smartphone herunterlädt oder Onlinebanking anwendet. Kann ich die Folgen meines eigenen Handelns im Netz richtig einschätzen? Weiß ich mit Aktualisierungen und Neuentwicklungen umzugehen? 

Die repräsentative Bevölkerungsbefragung "Digitale Kompetenzen im Alter" des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ist der Frage nachgegangen, wie sicher sich die Menschen in Deutschland im Internet und beim Umgang mit Smartphone und Co. fühlen. 

Die Ergebnisse


In Sachen digitaler Kompetenzen besteht hoher Handlungsbedarf. Insgesamt fühlen sich 63 Prozent der Befragten eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Differenziert nach Altersgruppen zeigt sich ein anderes Bild: Während 79 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sich eher sicher bis sehr sicher fühlen, gilt das nur für 41 Prozent der 60- bis 69-Jährigen. Und bei den über 70-Jährigen fühlt sich nur jeder Dritte (36 Prozent) eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Das heißt, bei den älteren Generationen besteht Nachholbedarf bei den digitalen Kompetenzen. 




Drei Viertel der Bevölkerung sind auf das Internet angewiesen 

Fragt man die Bevölkerung, wie stark sie bereits heute auf das Internet und den Einsatz digitaler Technologien angewiesen ist, sagen 76 Prozent der Befragten, dass sie bei der Suche nach Informationen eher stark bis sehr stark darauf angewiesen sind. 68 Prozent geben an, dass dies bei der Kommunikation mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern der Fall ist. 

Dagegen sind nur 27 Prozent bei behördlichen Angeboten, von denen es online bisher nur eine begrenzte Zahl gibt, eher stark bis sehr stark auf digitale Kanäle angewiesen. Ein Blick in die Zukunft macht deutlich, dass die Bevölkerung von einem starken Bedeutungszuwachs des Internets und digitaler Technologien in vielen Bereichen des täglichen Lebens ausgeht. Während die Werte für die Suche nach Information (78 Prozent) und Kommunikation mit Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern (74 Prozent) nur moderat steigen, ist der Bedeutungsgewinn im Bereich behördlicher Angelegenheiten (62 Prozent) besonders auffällig. 

Digitale Daseinsvorsorge für die älteren Generationen 

Gerade für die vielen älteren Menschen besteht mit Blick auf die steigende Relevanz dieser Kompetenzen ein besonderer Handlungsdruck: „Auch die ältere Generation benötigt digitale Kompetenzen, um sich im Alltag selbständig zurecht zu finden und möglichst lange autonom in der vertrauten Umgebung zu bleiben“, sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. „Dazu müssen gerade Älteren niedrigschwellige Angebote vermittelt werden, um digitale Kompetenzen zu erwerben. Hier sind auch die Kommunen gefordert, entsprechende Assistenzinfrastrukturen aufzubauen und zu unterstützen.“ 

Das Spektrum möglicher Lösungsansätze zeigt die Studie „Digital souverän? Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben imAlter“: Zum Beispiel die Initiativen „SeniorenNetz des Netzwerks Märkisches Viertel“, die Stadtteilbibliothek Köln-Kalk oder die „Versilberer Partys“ des Vereins „Wege aus der Einsamkeit e.V.“ in Berlin. Diese Möglichkeiten bieten niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Lernangeboten, oder reale Orte um persönliche Erfahrungen auszutauschen. Nur durch das gemeinsame Engagement von Kommunen, Zivilgesellschaft und Bildungsinstitutionen kann die digitale Souveränität der Älteren gestärkt werden. 


Download:
Digital souverän?Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Quelle: Pressemeldung Bertelsmann Stiftung


Zusatzinformationen Die Studie „Digital souverän? 

Kompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter“ wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vom Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH erstellt. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit digitaler Souveränität wird ergänzt durch Handlungsempfehlungen und ausgewählte Praxisbeispiele, die mögliche Lösungsansätze beschreiben. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine repräsentative telefonische Befragung (CATI-Technik, Dual Frame) in der deutschsprachigen Bevölkerung durchgeführt. Befragt wurden rund 1.000 Personen ab 14 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland im Zeitraum vom 26. April 2019 bis zum 03. Mai 2019. 



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Montag, 1. Juli 2019

14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung am 27.06.2019 vorgestellt.

Am 27.06.2019 hat das Statistische  Bundesamt die 14. – zwischen den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder – koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung vorgestellt. 

Sie reicht bis zum Jahr 2060 und stellt ein System aus insgesamt 30 Varianten und Modellrechnungen dar. Ihr Kernstück bilden jedoch neun Hauptvarianten (Varianten 1 bis 9). Diese zeigen die Spannbreite der möglichen künftigen Entwicklungen auf und geben Aufschluss über den Einfluss der demografischen Komponenten Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungen auf die Bevölkerungsentwicklung. 

Im Ausgangsjahr 2018 der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung ist die demografische Alterung in Deutschland bereits weit vorangeschritten. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung war 2018 in Deutschland mit 44 Jahren um 5 Jahre höher als im Jahr der deutschen Vereinigung (1990: 39 Jahre). 

Besonders anschaulich zeigen sich die Veränderungen anhand der Alterung der stark besetzten Jahrgänge von 1955 bis 1970, die zur sogenannten Babyboom-Generation gehören (Schaubild 1). 



1990 bildeten sie als 20- bis 35-Jährige die größte Altersgruppe. Das sind sie auch heute noch, sie sind aber in das höhere Erwerbsalter gekommen und werden in den nächsten zwei Jahrzehnten aus dem Erwerbsalter ausscheiden. Die Anzahl der Personen im Alter ab 70 Jahren ist zwischen 1990 und 2018 von 8 auf 13 Millionen gestiegen. Bei den höheren Altersklassen wird deutlich, dass mittlerweile nicht nur Frauen, sondern auch Männer ein höheres Lebensalter erreichen. 

Im Zuge der außergewöhnlich starken Zuwanderung der letzten Jahre kamen zwischen 2014 und 2017 per Saldo insgesamt 2,6 Millionen überwiegend junge Menschen nach Deutschland: 90 % von ihnen waren jünger als 40 Jahre, mehr als ein Drittel sogar jünger als 20 Jahre. Die Nettozuwanderung hat vor allem der Schrumpfung der Bevölkerungszahl entgegengewirkt, die ohne diese Entwicklung aufgrund der negativen natürlichen Bevölkerungsbilanz – die Sterbefälle übersteigen die Geburten – unvermeidlich gewesen wäre. Die Zuwanderung hat aber auch die jungen Jahrgänge gestärkt und zur Verjüngung des Erwerbspersonenpotenzials beigetragen. Auf die Alterung der Gesamtbevölkerung, die vor allem durch das Aufsteigen der Babyboom-Generation ins höhere Alter und die gestiegene Lebenserwartung bestimmt ist, hatte sie dagegen kaum Einfluss.


Verhältnis zwischen junger Bevölkerung, Personen im Erwerbsalter und Personen im Rentenalter wird sich deutlich verschieben

https://twitter.com/destatis 27.06.2019


Die Bevölkerungsvorausberechnungen der amtlichen Statistik sind ein unverzichtbares Instrument zur Erforschung des demografischen Wandels. Sie stützen sich auf Analysen der demografischen Trends und zeigen, wie sich die Bevölkerungszahl und Altersstruktur langfristig entwickeln, wenn sich die Trends fortsetzen beziehungsweise wenn sich davon abweichende Tendenzen durchsetzen würden. 

Das Statistische Bundesamt verfolgt dabei einen klaren empirischen Ansatz und zeigt mehrere Optionen der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung. Die amtlichen Bevölkerungsvorausberechnungen erheben keinen Anspruch, die Zukunft vorherzusagen. Sie helfen zu verstehen, wie sich die Bevölkerungszahl und die Bevölkerungsstruktur unter bestimmten demografischen Voraussetzungen entwickeln würden.

Auch steigende Geburtenhäufigkeit und dauerhaft hohe Nettozuwanderung können Alterung der Gesellschaft nicht verhindern

Als Fazit ist festzuhalten: Die neue 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zeigt im Vergleich zu den früheren Projektionen trotz einer veränderten Ausgangsbasis und einer größeren Spannbreite der getroffenen Annahmen kein völlig anderes Bild der demografischen Zukunft Deutschlands. Sie startet mit einer Bevölkerung, in der die jüngeren Jahrgänge durch die Nettozuwanderung und höhere Geburtenzahlen der letzten Jahre gestärkt sind. Zugleich ist die starke Babyboom-Generation im höheren Erwerbsalter angekommen. Die Zahl der Menschen im Seniorenalter ist bereits deutlich gewachsen. Die zukünftigen Veränderungen fallen deshalb weniger drastisch aus als bei den früheren Rechnungen. Trotzdem zeigt die 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, dass auch eine steigende Geburtenhäufigkeit und eine dauerhaft hohe Nettozuwanderung die Alterung lediglich abbremsen und nicht verhindern können. 

Detaillierte Informationen zur 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung finden Sie zum Download hier: Download 






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