Montag, 6. Mai 2019

TechnikRadar - Technik verändert wie wir leben



Technik ist Teil unseres Leben. Nicht erst seit gestern. Doch die fortschreitende Digitalisierung führt dazu, dass Innovationen immer schneller vonstatten gehen. Das hat in den letzten Jahren dazu, dass sich unser Leben massiv verändert. Wie gehen wir damit um?

Das TechnikRadar von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Körber Stiftung - zeigt in der jährlichen Analyse was wir Deutschen über Technik denken.

Technik soll mit sozialen Werten im Einklang stehen


Was das Potenzial von Technik als Problemlöser angeht, sind die Deutschen skeptisch: Nur 24,6 Prozent gehen davon aus, dass sie mehr Probleme löst als sie schafft. Etwa ein Drittel (32,9 Prozent) erwartet, dass Herausforderungen wie Hunger, Armut und Klimawandel mit technischer Hilfe gelöst werden können. 

Wenn es um den Nutzen von Technik geht, denken die Befragten zuerst an die Gesellschaft. So sagt mit 73,7 Prozent eine deutliche Mehrheit, dass Technik mit gesellschaftlichen Werten wie Umweltschutz und Gerechtigkeit im Einklang stehen soll. 



Knapp ein Viertel (24,9 Prozent) findet technische Neuerungen nur dann gut, wenn sich daraus persönliche Vorteile ergeben.  

Auch wenn die Deutschen skeptisch sind, sehen sie durchaus positive Aspekte. „Unter allen Befragten rechnet fast jeder Zweite – und darunter Männer mehr als Frauen – damit, dass Technik die Lebensqualität für nachfolgende Generationen verbessern wird“, sagt die wissenschaftliche Projektleiterin Cordula Kropp, Soziologin am Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart. 

„Geht es um konkrete Technologien, denken die Deutschen differenziert. Beim Einsatz von Robotern zur Entlastung von Pflegepersonal sind die Erwartungen zurückhaltend, bei der Nutzung erneuerbarer Energien zur Bekämpfung der globalen Erwärmung deutlich positiver“, so Cordula Kropp weiter.
  

Durch digitale Technologien droht Kontrollverlust


Die Digitalisierung und ihre Folgen betrachten die Deutschen mit gemischten Gefühlen: Sie erwarten zum Beispiel mehrheitlich einen Komfortgewinn (54,5 Prozent), befürchten jedoch ebenso, die Hoheit über ihre eigenen Daten zu verlieren (60,6 Prozent). 

Mit 80,8 Prozent rechnet eine große Mehrheit damit, dass Pflegebedürftige durch den Einsatz von Pflegerobotern weniger menschliche Zuwendung erhalten. 52,9 Prozent befürchten, dass sich dadurch künftig nur noch Wohlhabende von Menschen pflegen lassen können. 



Noch skeptischer sind die Deutschen beim autonomen Fahren. Nur 18 Prozent stufen selbstfahrende Fahrzeuge als zuverlässig ein. Unter denjenigen, die selbst Auto fahren, sind gerade mal 16,2 Prozent bereit, die Verantwortung vollständig an das Fahrzeug abzugeben. 

Eine große Mehrheit (67,4 Prozent) fürchtet, dass Hacker Unfälle verursachen könnten. Ähnlich ist die Sorge bei Smart-Home Technologien: Hier befürchten 67,9 Prozent, dass Internetkriminelle die Wohnung kontrollieren könnten. Nur 8,1 Prozent der Befragten nutzt Lösungen für das intelligente Zuhause

Bürger wollen mitbestimmen – das TechnikRadar dient als Frühwarnsystem 


„Nicht Technik an sich steht für die Deutschen im Mittelpunkt des Interesses, sondern ihre soziale Einbettung – die Ziele, die mit ihr angestrebt werden ebenso wie die Folgen ihres Einsatzes. Zu dieser dringend notwendigen Debatte um den Stellenwert, die Gestaltung und die Regulierung technischer Innovationen will das TechnikRadar zukünftig beitragen“, sagt Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung. „Unser jährliches Monitoring haben wir bewusst als langfristiges Frühwarnsystem angelegt, um Fehlentwicklungen des technologischen Wandels rechtzeitig erkennbar zu machen. Im Idealfall unterstützen wir Innovationsprozesse so, dass Produkte und Technologien im Einklang mit den Erwartungen derer stehen, die sie nutzen oder von ihnen betroffen sind“, ergänzt Projektleiter Ortwin Renn, acatech Präsidiumsmitglied und wissenschaftlicher Direktor des IASS Potsdam

Download der Studie
Booklet TechnikRadar 2018
Langfassung TechnikRadar 2018


TechnikRadar 2019
Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgt am 28.05.2019 in Berlin.
Im TechnikRadar 2019 werden die Befragungsdaten von 2018 mit internationalen Studien zu Einstellungen in verschiedenen Ländern Europas verglichen. Die Analyse zeigt, dass es erhebliche Unterschiede bei der Wahrnehmung und Bewertung der Digitalisierung gibt. Vertieft wird auch die Frage, welche Rolle Alter und Geschlecht hierbei spielen. Ein weiteres Thema ist, wie die Deutschen im europäischen Vergleich zu künftigen Anwendungen im Alltag – etwa eHealth, autonomes Fahren oder Pflegeroboter – stehen.
Programm Download


Zur Studie
Die Studie basiert auf einer regelmäßigen, bundesweit durchgeführten, repräsentativen Befragung der Deutschen. Erstellt und wissenschaftlich ausgewertet wird das TechnikRadar vom Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart.


Quelle: Pressemeldung acatech


#CEBU #DEx #DemografieExperten #Digitalisierung #Technik #Bürger #Pflege #Gesellschaft

Mittwoch, 24. April 2019

Barrierefrei - wer kann das bezahlen?


Wenn es um das Thema Barrierefreiheit geht, dann wird das Thema grundsätzlich als wichtig und notwendiger Standard erachtet. Doch wenn es an die Umsetzung geht, kommt immer das Kostenargument, das da lautet "Barrierefreiheit kostet einfach mehr". Ist das wirklich so?

In Vorbereitung auf einen Workshop zum Thema "Wohnen im Alter" bin ich auf die Terragon Studie gestoßen, die anhand eines exemplarischen Wohnungsneubauprojektes die Mehrausgaben für barrierefreies Bauen im Vergleich zum konventionellen Bauen analysiert hat.
Barrierefreie Wohnungen – Grundvoraussetzung für selbstbestimmtes Leben

Im Vorwort der Studie schreibt Dr. Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes "Grundvoraussetzung für dieses selbstbestimmte Leben und Wohnen ist aber die Bereitstellung von ausreichend barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum. Viele pflegebedürftige Menschen müssen ihr vertrautes Umfeld nicht nur deshalb verlassen, weil es an den notwendigen Hilfen mangelt, sondern weil die Wohnungen nicht barrierefrei sind."

Kernaussage der Studie


Barrierefreies Bauen ist keine Frage der Kosten, sondern vielmehr der Konzeption und Planung. Zu diesem Schluss kommt die Terragon Studie bei der Analyse der Mehrausgaben für barrierefreies Bauen im Vergleich zum konventionellen Bauen. Das Ergebnis ist verblüffend: Laut Studie macht Barrierefreiheit nur gut ein Prozent der Gesamtbaukosten aus.


Handlungsempfehlungen der Studie

Die Studie empfiehlt Bauherren, "den Fokus auf Maßnahmen zu legen, die den höchsten Beitrag zur Barrierefreiheit leisten: ein barrierefreier Haus- und Wohnungszugang, ein barrierefreier Aufzug, geeignete Türen und ausreichend große Bewegungsflächen, barrierefreie Bäder mit bodengleicher Dusche sowie ein barrierefreier Zugang zum Balkon".

Des Weiteren schlägt die Studie vor, zur Förderung des barrierefreien Bauens, das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ auf den Neubau auszuweiten. Demnach könnten 2.500 bis 5.000 Euro (seit 1.4.2019 geänderte Beträge) pro Wohnung als Zuschuss gewährt werden.


Hier geht es zum Download der Studie: Download der Studie

Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es an der Zeit,  das Thema Barrierefrei Wohnen viel stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, Akteure in der Region stärker zu vernetzen und so das Thema vom angestaubten Denken zu freien. Barrierefreiheit geht uns alle an!



Quelle: 

Meldung auf der Homepage des Deutschen Städtetages
Homepage Terragon


#Barrierefreiheit #Wohnen #WohnenimAlter #TerragonStudie

Montag, 11. März 2019

Neueste Zahlen des Deutschland-Index der Digitalisierung - 2019 veröffentlicht: Ungleiches Rennen

Heute wurde der Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat einem Fachpublikum sowie der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.
Vor allem bei der Digitalisierung der Kommunalverwaltungen und im Bereich Wirtschaft und Forschung hat es in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte gegeben. Doch nicht alle Bundesländer profitieren hiervon in gleicher Weise. Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT untersucht im Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 Stand und Entwicklung der Digitalisierung auf regionaler Ebene.

Mit dem Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 veröffentlicht das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS nun bereits zum zweiten Mal ein Gesamtbild der Digitalisierung in Deutschland. 


Dabei liegen erneut die Stadtstaaten – allen voran Berlin – sowie die großen Flächenländer vorn. Berlin und Sachsen konnten ihren Indexwert in den zwei Jahren seit der letzten Erhebung deutlich steigern. Hinsichtlich der untersuchten Bereiche verzeichnen Wirtschaft und Forschung sowie die Kommunen die höchsten Zuwächse. Bei der Infrastruktur und der Nutzung von E-Government-Angeboten fallen die Steigerungen hingegen eher bescheiden aus.


(Noch) kein Trend zu Glasfaser

Die digitale Infrastruktur hat sich vor allem in den Bundesländern verbessert, deren Infrastrukturausbau bisher deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt lag. Dadurch schließt sich im Vergleich zu 2017 etwas die Schere zwischen Spitzenreitern und Nachzüglern. Trotzdem haben selbst die Stadtstaaten das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit 50Mb/s noch nicht erreicht. Beim derzeitigen Tempo (6,6 Prozentpunkte Steigerung in eineinhalb Jahren) bräuchte es noch weitere sechs Jahre, bis das Ziel eines flächendeckenden Ausbaus in ganz Deutschland erreicht wäre. Selbst anhand neuester verfügbarer Zahlen würde das Ziel einer flächendeckenden Versorgung frühestens im Jahr 2021 erreicht. Glasfaser spielt hierbei bislang kaum eine Rolle. Außerhalb von Hamburg (71 Prozent) und Schleswig-Holstein (21 Prozent) tragen Glasfaseranschlüsse im Schnitt weniger als fünf Prozent zur Breitbandversorgung der Haushalte bei – dieser Anteil ist zudem in den vergangenen Jahren kaum gestiegen. In der Gesamtbetrachtung verfügen neben den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg vor allem Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein über eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur.


Online-Verwaltungsleistungen kommen nicht voran

Die Kommunalverwaltungen konnten in den vergangenen zwei Jahren insbesondere mit der starken Ausbreitung von HTTPS-Unterstützung, der Nutzung von Basiskomponenten wie Servicekonten und E-Payment, einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen und der Einführung von Online-Anliegenmanagement (Mängelmelder) punkten. 


Die Steigerung des Angebots an Onlinediensten ist jedoch mehr als dürftig. Für die Studie wurden fünf der nachgefragtesten Verwaltungsleistungen untersucht. Mehr als 40 Prozent der gut 300 untersuchten Kommunen bietet keine der fünf Leistungen online an. Der Durchschnitt liegt bei 0,9 von 5 vollständig online umgesetzten Dienstleistungen und damit nur 0,1 Punkte über dem Wert von 2017. 

Mit rund 37 Prozent ist die Gewerbeanmeldung erneut am häufigsten online möglich, gefolgt von der Melderegisterauskunft mit 31 Prozent. KFZ-Anmeldung (15 Prozent), Bauantrag (10 Prozent) und Wohngeldantrag (unter 5 Prozent) sind hingegen weit abgeschlagen. Im Ländervergleich liegen die Stadtstaaten Hamburg und Berlin deutlich vorn, dahinter folgen Nordrhein-Westfalen und Bremen, sowie Brandenburg. In den Flächenstaaten tragen – wie schon vor zwei Jahren – auch kleine und mittelgroße Kommunen zum Erfolg bei. 


https://www.oeffentliche-it.de/documents/10181/14412/Deutschland-Index+der+Digitalisierung+2019

Goldgräberstimmung im Innovationsbereich

Eine besonders starke Zunahme lässt sich bei der öffentlichen Forschungsförderung im Digitalisierungsbereich feststellen. Im Vergleich zu 2017 hat sich diese mehr als verdreifacht. Selbst wenn einige Großprojekte mit längeren Laufzeiten außer Acht gelassen werden, ist die Steigerung mit fast einer Verdoppelung der Summen enorm. Digitalen Innovationen als Wirtschafts- und Teilhabefaktor werden damit eine höhere politische Priorität eingeräumt als noch vor zwei Jahren. Im Bereich Wirtschaft und Forschung insgesamt liegen Berlin und Sachsen an der Spitze, gefolgt von Bremen, Hamburg und dem Saarland.


FAZIT

Bürgerbegeisterung sieht anders aus. Dinge, die wir im Alltag/Wirtschaftsleben als normal erleben und als neuen Standard definieren (wie z.B. Erreichbarkeit und Kommunikation über digitale Medien 24 Stunden/365 Tage), lassen im kommunalen Bereich weiter auf sich warten. Ohne technische Unterstützung wird es für Beschäftigte in den Kommune schwierig, den Wünschen der Bürger nach Schnelligkeit und Transparenz gerecht zu werden. Frust auf beiden Seiten ist vorprogrammiert.

Download 
Deutschland-Index der Digitalisierung 2019
Zur Online-Version  Deutschland-Index


ÖFIT – Denkfabrik für Fragen der öffentlichen IT
Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) versteht sich als Ansprechpartner und Denkfabrik für Fragen der öffentlichen IT, mit besonderem Augenmerk auf gesellschaftlichen Trends und den sich daraus ergebenden Handlungsfeldern. ÖFIT bedient alle aktuellen digital-politischen und digital-gesellschaftlichen Themen und ermöglicht so eine vorausschauende Gestaltung der Gesellschaft in Zeiten der Digitalisierung heute, morgen und übermorgen. ÖFIT wird vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.


Anhand von rund 90 Kennzahlen aus den Bereichen Infrastruktur, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft wird im Deutschland-Index der Digitalisierung 2019 die Digitalisierung auf Länderebene dargestellt. Neben frei zugänglichen Statistiken wurden hierfür erneut über 300 kommunale Webportale untersucht. Dadurch wurden erstmalig auch zeitliche Vergleiche möglich. 


Fraunhofer FOKUS
Fraunhofer FOKUS erforscht die Digitale Vernetzung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Seit 1988 unterstützt es Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Verwaltung in der Gestaltung und Umsetzung des digitalen Wandels. Dazu bietet Fraunhofer FOKUS Forschungsleistungen von der Anforderungsanalyse über Beratung, Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung bis hin zu Prototypen und Piloten in den Geschäftsbereichen Digital Public Services, Future Applications and Media, Quality Engineering, Smart Mobility, Software-based Networks, Vernetzte Sicherheit, Visual Computing und Analytics an. Mit rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin und einem jährlichen Budget von 30 Millionen Euro ist Fraunhofer FOKUS das größte IKT-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft. Es erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Budgets aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.





#Digitalisierung #DigitaleVerwaltung #Kommune #eGovernment #FraunhoferFokus #ÖFIT #Online #Verwaltungsleistungen #OnlineVersion #DeutschlandIndex

Mittwoch, 13. Februar 2019

Veranstaltungshinweis: Workshop Reihe im Rahmen des Projektes "FührDIv"



Im Rahmen des Projekts „FührDiv“ werden die Selbstbewertungschecks der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) für den öffentlichen Bereich weiterentwickelt. Mit Blick auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen des digitalisierten öffentlichen Dienstes sind nicht nur inhaltliche, sondern auch strukturelle Veränderungen nötig.

Zur Identifikation der konkreten Anforderungen und Weiterentwicklung der INQA-Checks ist folgende Workshop Reihe geplant, zu der wir Sie herzlich einladen:

14. März 2019 – Workshop zum Handlungsfeld Wissen & Kompetenz
18. März 2019 – Workshop zum Handlungsfeld Gesundheit
11. April 2019 – Workshop zum Handlungsfeld Führung
03. Mai 2019 – Workshop zum Handlungsfeld Chancengleichheit & Diversity

Uhrzeit: 11-15 Uhr
Veranstaltungsort: Essen

Hier können Sie sich zu einer oder mehreren Veranstaltungen anmelden.
Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist.  Anmeldung ist daher erforderlich.

Das Programm mit weiteren Informationen:

Impulse aus der Praxis für die Praxis



#FührDiv #Führung #Wissen #Kompetenz #Gesundheit #Chancengleichheit #Diversity #INQA #ZukunftderArbeitinderKV #CEBU #DEx

Mittwoch, 23. Januar 2019

D21 - Digital Index 2018/2019 - Jährlicher Lagebericht der digitalen Gesellschaft


Die von Kantar TNS durchgeführte Studie D21-Digital Index liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft in Deutschland. Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren.

Zusammen  mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier stellte die Initiative D21  ihre Studie „D21-Digital-Index 2018 / 2019“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vor.

Die zentralen Ergebnisse:

  • Digitalisierungsgrad steigt auf 55 von 100 Punkten
  • Kompetenzen nehmen zu: Mehr Digitale Vorreiter und Mithaltende, weniger Menschen im digitalen Abseits als 2017
  • 84 Prozent der deutschen Bevölkerung online, große Zuwächse bei über 60-Jährigen
  • Chancen des mobilen Arbeitens bleiben ungenutzt
  • Digitale Gesundheitsanwendungen und Smart Home noch nicht verbreitet, aber Offenheit teilweise vorhanden
Zentrale Ergebnisse Digital Index 2018-2018 

„Digitalisierung ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts. Durch digitale Prozesse, Produkte und Angebote prägen Unternehmen den technologischen Fortschritt und tragen maßgeblich zu Wohlstand und Wachstum in Deutschland bei“, so Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

 „Es ist auch wichtig, die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung im Blick zu haben. Der D21-Digital-Index bietet hierzu jährlich ein wertvolles Lagebild. Der diesjährige Index zeigt beispielsweise, dass es für immer mehr Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich ist, das Internet zu nutzen. Das ist eine gute Nachricht, denn die Digitalisierung ist nur dann erfolgreich, wenn auch alle von ihr profitieren.“

DIGITALISIERUNG IN DER MITTE DER GESELLSCHAFT ANGEKOMMEN

 
Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten hat die deutsche Gesellschaft einen mittleren Indexwert von 55 Punkten erreicht. Der Digital-Index steigt damit im Vergleich zum Vorjahr um 2 Punkte. Grund für den Zuwachs sind Steigerungen beim Zugang (+6 Punkte) und in der Kompetenz (+2 Punkte). Das Nutzungsverhalten nimmt leicht ab (-1 Punkt), die Offenheit gegenüber digitalen Themen bleibt gleich.


84 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online.
Das ist ein Zuwachs von drei Prozentpunkten. Dieser stammt insbesondere von der zunehmenden Verbreitung des mobilen Internets, das inzwischen 68 Prozent der Bevölkerung nutzen (+4 Prozentpunkte). 


Den größten Zuwachs – und damit entscheidenden Anteil an den Steigerungen – verzeichnen die älteren Generationen: 79 Prozent der 60 bis 69-Jährigen und mittlerweile 45 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

WENIGER MENSCHEN IM DIGITALEN ABSEITS

Der D21-Digital-Index teilt die Bevölkerung in verschiedene Nutzergruppen und -typen mit spezifischen Merkmalen ein. Dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren eine Verschiebung hin zu den digitaleren Gruppen zu beobachten:


  • Die Gruppe der Digital Abseitsstehenden schrumpft um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent und umfasst damit noch ca. 13 Millionen Menschen 
  • Die größte Gruppe sind nach wie vor Digital Mithaltende mit 42 Prozent (+1 Prozentpunkt), dies entspricht etwa 27 Millionen Menschen 
  • Den größten Zuwachs verzeichnet die Gruppe der Digitalen Vorreiter, zu denen nun 37 Prozent der deutschen Bevölkerung zählen (+3 Prozentpunkte). Diese Gruppe geht sehr offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um

Nutzergruppen Digital Index 2018/2019

Betrachtet man den Digitalisierungsgrad im Zusammenhang mit verschiedenen sozioökonomischen Faktoren, wird deutlich, in welchen Bereichen digitale Spaltung stattfindet:

  • Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind nach wie vor die jüngeren Generationen digital weitaus aktiver 
  • Höher Gebildete haben im Schnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung
  • Ebenso führt Berufstätigkeit generell, insbesondere aber Schreibtischtätigkeit, zu mehr Berührungspunkten und Erfahrungen mit digitalen Technologien und Anwendungen und damit zu einem höheren Digital-Index
  • Die meisten Menschen bringen sich digitale Kompetenzen selbst bei durch Ausprobieren (58 Prozent) oder holen sich Hilfe bei Bekannten. Knapp jeder Fünfte bildet sich digital gar nicht fort (19 Prozent)

„Immer mehr Bürgerinnen und Bürger gehen souverän mit der Digitalisierung um und sind offen für den technischen Fortschritt, das ist eine positive Entwicklung“, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. „Doch die Grundlagen sind unterschiedlich verteilt. Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, dass die Digitalisierung nicht an den Menschen mit niedrigerem Bildungsstand und an den ländlichen Regionen vorbeigeht. Die Antwort kann nur sein, noch stärker in die Köpfe der Menschen zu investieren – dies muss vor allem in den Schulen beginnen und sich konsequent im Berufsleben fortsetzen. Hier sind vor allem Politik, aber auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gefragt.“


DIE BERUFSWELT WIRD DIGITALER, DOCH FLEXIBLES UND MOBILES ARBEITEN BLEIBT DIE AUSNAHME

Knapp die Hälfte der Berufstätigen geht davon aus, dass sich ihr Beruf in der näheren Zukunft spürbar durch die Digitalisierung verändern wird. 38 Prozent sehen darin Chancen für neue Jobentwicklungen in ihrem Arbeitsumfeld. 41 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung aber auch einem ständigen Lern- und Anpassungsdruck ausgesetzt. Denn lebenslanges Lernen bildet die Voraussetzung für beruflichen Erfolg, das sehen 84 Prozent der Berufstätigen so.

Für die Hälfte der Berufstätigen bedeutet zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten eine Steigerung ihrer eigenen Lebensqualität. Doch mobiles Arbeiten bleibt bislang die Ausnahme: Nur 16 Prozent arbeiten nach eigenen Angaben gelegentlich orts- oder zeitunabhängig. Bei einem Viertel davon schafft das Unternehmen nicht die notwendigen Voraussetzungen. Ein weiteres Viertel gibt an, kein Interesse daran zu haben. Für mehr als die Hälfte ist flexibles Arbeiten im eigenen Tätigkeitsfeld generell nicht möglich.



Digital Index 2018/2019


NOCH GERINGE ERFAHRUNG MIT E-HEALTH UND SMART HOME, ABER OFFENHEIT TENDENZIELL VORHANDEN

Nur eine kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung sammelte bereits persönlich Erfahrungen mit E-Health- oder Smart-Home-Anwendungen. Am meisten verbreitet sind digitale Gesundheitsanwendungen, die bislang zwölf Prozent genutzt haben. Halb so viele Menschen verfügen über persönliche Erfahrungen mit intelligenten Haushaltsgeräten oder -robotern. Damit bleiben Smart-Home- und E-Health-Anwendungen bislang Nischenprodukte für Technik-Begeisterte.

Unabhängig von der tatsächlichen Nutzung ist aber eine gewisse Offenheit gegenüber dieser Technik vorhanden: Jeder Dritte kann sich die zukünftige Nutzung von Haushaltsrobotern, mit dem Internet verbundenen Überwachungskameras oder per App steuerbarer Licht- und Heizungsanlagen vorstellen.

Die gesundheitlichen Folgen der Digitalisierung schätzen mehr Menschen positiv als negativ ein, sowohl für sich selbst als auch für die Gesellschaft insgesamt. Die Mehrheit sieht die Auswirkungen jedoch neutral. Mit Blick in die Zukunft sind die Menschen in Deutschland optimistisch: Sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene glauben sie, dass die Digitalisierung in 15 Jahren positivere gesundheitliche Auswirkungen haben wird, als sie diese momentan empfinden.


DIGITALES STADT-LAND-GEFÄLLE

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede im Digitalisierungsgrad der Bevölkerung in (groß-)städtischen im Vergleich zu ländlichen Regionen: 


  • Die Großstadtbevölkerung hat mit 58 Indexpunkten einen um fünf Punkte höheren Digital-Index als die Landbevölkerung. 
  • Menschen in der Großstadt nutzen das Internet länger, vielfältiger und häufiger. 
  • Die Kompetenzen sind höher und die Offenheit ist deutlich größer. 
Gründe dafür sind unter anderem eine jüngere Bevölkerung in den Städten, ein durchschnittlich höherer Bildungsgrad und mehr (Vollzeit-)Erwerbstätige als im ländlichen Raum. Unterschiede beim Zugang zum Internet zeigen sich hingegen kaum.
Insbesondere der Anteil beruflicher Internetnutzerinnen und -nutzer ist in den Großstädten deutlich höher. Zudem werden die Vorteile an Flexibilität und räumlicher Unabhängigkeit durch Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten, die in der ländlichen Region stärker greifen könnten, mehr in den Großstädten realisiert.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, dass die Digitalisierung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und die Erwartungshaltung der Menschen hinsichtlich digitaler Angebote des Staates weiter wächst und Kommunen zum Handeln auffordert.


Weitere Informationen:
Zur Studie D21-Digital-Index 2018 / 2019
Studien-Grafiken (freie Lizenz)


Über die Studie:
Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar TNS. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Mittels persönlich-mündlicher Befragung, sog. „face-to-face“-Erhebung (CAPI = computergestütztes persönliches Interview) wurden 20.406 Interviews in Deutschland durchgeführt, davon 2.052 mit vertiefenden Fragen.

Das Studienprojekt ist gemeinschaftlich finanziert über eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch Sponsoring.

Premiumpartner: Allianz Deutschland AG, BARMER, Fujitsu Technology Solutions GmbH, Landesanstalt für Medien NRW, Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Partner: Bertelsmann Stiftung, CHG-MERIDIAN AG, Ericsson GmbH, Microsoft Deutschland GmbH
Unterstützer: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., Capgemini Deutschland, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., PwC Strategy&(Germany) GmbH, Ricoh Deutschland GmbH.

Quelle: Pressemeldung Initiative21


#D21 #DigitalIndex #DemografieCircle #CEBU #DEx #DemografieExpertenVerein

Freitag, 11. Januar 2019

Digitalisierung bleibt 2019 das Top Thema: Monitor Digitale Verwaltung



Seit Jahren liegt Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung im internationalen Vergleich nur im hinteren Mittelfeld. Bürger und Wirtschaft erwarten aber einfache digitale Verwaltungsangebote, bei denen sie ihre Daten nur einmal angeben müssen (Once-Only-Prinzip). Davon sind wir aber leider immer noch weit entfernt. Fragen wie Nutzerfreundlichkeit von Gesetzen, die flächendeckende Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes oder die Frage, ob wir tatsächlich so viele Schriftformerfordernisse brauchen, müssen nicht nur diskutiert, sondern entschieden und umgesetzt werden. 

Das kann nur gelingen, wenn Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung auf allen staatlichen Ebenen zur Chefsache werden – und zu einem TOP bei jeder Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten. Wir brauchen einen Digitalpakt von Bund, Ländern und Kommunen, der alle mitnimmt und überall mit ausreichend Budget und Personal unterlegt ist. Nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung können wir Boden gut machen, erklärt Dr. Ludewig.

Monitor Digitale Verwaltung


Für den Normenkontrollrat (NKR) ist die Digitalisierung der Verwaltung ein strategisches Schlüsselthema. Nicht nur, um Bürokratie abzubauen, sondern auch um die Handlungsfähigkeit und Zukunftsfestigkeit von Staat und Verwaltung langfristig sicherzustellen und Deutschland international wettbewerbsfähig zu halten.

Viele Jahre ist auf dem Feld der Verwaltungsdigitalisierung zu wenig passiert und auch heute noch ist nicht gesichert ist, dass die politischen Ankündigungen und aufgelegten Programme erfolgreich umgesetzt werden. Deshalb verfolgt der NKR die Aktivitäten in Bund, Ländern und Kommunen sehr genau und versucht mit Gutachten, Berichten und Redebeiträgen die Entwicklung zu begleiten. 

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Monitors Digitale Verwaltung:



Die Zuständigkeiten im Hinblick auf die Digitalisierung sind in Deutschland wie folgt geregelt:


Überblick über Zuständigkeiten bei der Digitalisierung der Verwaltung "Was nun?"

Ein Blick auf diese "Wimmel"-Grafik macht die Komplexität deutlich. So verwundert es auch kaum, das der NKR im Monitor die Koordinierung der Digitalisierung] "angesichts der komplexen Abstimmungs- und Umsetzungsstrukturen als nicht einfach" beschreibt.

Übersicht des Umsetzungsstands der Verwaltungsdigitalisierung auf Basis der Empfehlungen des NKR-Gutachtens „E-Government in Deutschland: Wie der Aufstieg gelingen kann“


 Neue Qualität der föderalen Zusammenarbeit


Es gibt noch viel zu tun. Wir sind gespannt, was 2019 diesbezüglich passiert.





Das könnte Sie auch noch von Interesse sein:
Jahresbericht 2018 des Normenkontrollrats: Deutschland: weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung, bessere Gesetze Einfach machen! 
Staat 4.0 - Verwaltung hinkt Bürgerwünschen hinterher



Quelle: 
Pressemeldung NKR


#MonitorDigitaleVerwaltung #Digitalisierung #Verwaltung #Normenkontrollrat

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Wir sagen Danke - für ein aufregendes 2018!


Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit. (Wilhelm Busch)

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Wir freuen uns auf diese Zeit, vor allem auf eine Auszeit. Denn Zeit, das schönste Geschenk, gerät gerade  in diesen Tagen und Wochen immer mehr in Vergessenheit.

Ein anstrengendes Jahr neigt sich dem Ende und wir sagen allen, die mit uns zusammen gearbeitet haben, die unsere Veranstaltungen besucht haben, herzlichen Dank für Ihr Interesse und Vertrauen. Wir freuen uns auf viel spannende Aufgaben und Projekte in 2019.

Beschenken Sie sich und andere mit Zeit.
Zeit für sich, Zeit für gemeinsame Unternehmungen, Zeit um die Akkus aufzuladen, Zeit einfach mal nichts zu tun oder Zeit um einmal über den Tellerrand zu schauen..


Wir wünschen Ihnen ein besinnliches, schönes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!





PS:  Die Impressionen der Zukunft der Arbeit in der Kommunalverwaltung,
        20.11.2018 in Köln finden Sie HIER.